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Pappelreihe




Pappeln sind sommergrüne Laubbäume mit einer Wuchshöhe von bis zu 45 m. Neben der Vermehrung durch Samen können sie sich auch sehr gut vegetativ, d.h. über Wurzelausschläge vermehren. Selbst abgebrochene Zweige und umgeworfene Bäume sind in der Lage, wieder auszuschlagen.
Dabei können die Keimlinge bereits im ersten Jahr Wurzeltiefen von 75 bis zu 150 cm erreichen.

Im Alter von etwa fünf bis zehn Jahren erfolgt die erste Blüte. Pappeln gehören zu den schnell wachsenden Gehölzen. Diese Eigenschaft begünstigt ihre ökologische Rolle als Pioniergehölz. Sie können ein Alter von bis zu 200 Jahren erreichen.

Seit Jahrhunderten werden Pappeln entlang von Flussufern zum Schutz gegen Erosion gepflanzt, da ihr enges, weit verzweigtes Wurzelwerk die Uferböschungen stabilisiert. Dabei mindern Pappeln nicht nur die Erosion, sondern verbessern auch die Wasserqualität. Auch als Windschutz sind Pappeln gut geeignet.

Wegen ihrer Schnellwüchsigkeit wurde die Pappel nach dem Krieg zur Begrünung der Landschaft bevorzugt in Niederungsgebieten der nordwesteuropäischen Flusslandschaften gepflanzt. Heute gehören Pappelreihen zu den prägenden gliedernden und belebenden Elementen der historisch gewachsenen niederrheinischen Kulturlandschaft.

Dabei handelt es sich meist bei den Bäumen nicht etwa um einheimische Pappelgehölze, sondern um Zuchtsorten bzw. Kreuzungen mit außereuropäischen Arten.

In Deutschland sind folgende Pappeln heimisch:
Silberpappel - Populus alba (in Auenwäldern, Niederungen)
Aspe oder Espe - Populus tremula (in Wäldern)
Graupappel - Populus canescens (Kreuzung von Populus alba und Populus nigra/in Auen und Niederungen)
Schwarzpappel - Populus nigra (in Auen und Auenwaldungen)

Die hier am gegenüber liegenden Niersufer angepflanzten Kulturpappeln gehören zur Gruppe der Schwarzpappel-Hybriden (Populus x euramericana). Der Name verrät, dass es sich um eine Kreuzung europäischer und amerikanischer Pappeln handelt.

Soweit die hohen Ansprüche der Pappeln an Belichtung, Nährstoffe, gleichmäßige Wasserversorgung und Böden ohne stauende Nässe erfüllt werden, kann bereits in weniger als 50 Jahren ein sehr hoher Holzertrag erzielt werden.

Die Farbe des Pappelholzes changiert in weißlichen bis leicht gelblichen Tönungen. Trotz seiner Weichheit ist es belastbar und damit für die unterschiedlichsten Zwecke einsetzbar. Es eignet sich zum Beispiel für die Fertigung von Streichhölzern, da es weniger leicht entflammbar als andere heimische Hölzer ist. Fein gespalten wird es als Lebensmittelverpackung (z.B. Camembert) verwendet. Zu Holzwolle verarbeitet wird es für Verpackungszwecke oder bei der Haltung von Kleintieren (keine Freisetzung von ätherischen Ölen) eingesetzt. Als Zellulosebrei wird es zur Papierherstellung eingesetzt. Auch Paletten und Sperrholz werden aus Pappelholz produziert. Den Kern von Snowboards bildet häufig das sehr flexible Holz der Pappel. Aufgrund seiner guten Resonanzeigenschaften wird Pappelholz sogar für den Korpus von Streichinstrumenten, Gitarren und Trommeln genutzt .

Die in Blättern, Knospen, Zweigen und Rinde enthaltenen Phenole wurden traditionell als Extrakte zur Behandlung von Verbrennungen, Juckreiz und Gelenkschwellungen sowie zur Zubereitung von Tee zur Anwendung bei leichten Harnwegsinfektionen verwendet.



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